Gutes neues und einzigartiges 2010
Im Gegensatz zu meinen Twitter-Accounts, Couchsurfing, Geocaching und meinem gerelaunchten Motorradblog ist es hier sehr still geworden. Es scheint, als würde nichts mehr passieren … aber hinter den Kulissen habe ich in den letzten Monaten einige Blog-/Wiki-Engines getestet, um diese Seite zu relaunchen. Nach langem Hin und Her habe ich mich doch wieder für Habari entschieden, es ist zwar noch etwas holprig in der Bedienung, bietet jedoch gutes Templating und eine minimalistische, dafür konsequente Programmierung, was mir sehr zusagt.
Ich bin mir noch nicht sicher, was ich mit den alten Einträgen mache, am besten gefällt mir die Idee, diejenigen zu übernehmen, die mir gut gefallen, ich werde also mal den Putzerfisch machen. Ausserdem möchte ich in Zukunft mehrsprachig arbeiten, ich will also im Zuge des Relaunchs auch einige Einträge übersetzen.
Habari ist zwar eine reine Blogengine, ich möchte regine-heidorn.de jedoch als ein Ding zwischen Lifestream und Zettelkasten aufbauen und bin selbst neugierig, wohin das führt. So eine Art Zettelstream. Ähnlich wie beim Motorradblog möchte ich eine gute Integration mit anderen Accounts, ohne diesen jedoch ihren eigenen Reiz zu nehmen, also keine einfache Stream-Integration wie sie z. B. Sweetcron bietet, das mir auch gut gefällt.
Genug geredet, ich hoffe, in den ersten Wochen von 2010 den Relaunch zumindest strukturiert zu haben, die Eintragsübertragung wird wohl nach und nach erfolgen, dann wird’s hier auch wieder lebendiger :-)
Damit verabschiede ich mich von 2009 und freue mich darauf, mit Euch ein einzigartiges 2010 zu erleben!
#bdk09 und #Zensursula
2 Tags, die auf den ersten Blick Nichts miteinander zu tun haben, aber trotzdem zusammengehören: als “ParteitagsbloggerInnen” bei den Grünen waren wir (oder besser: Einige von uns) auf das Kapitel 13 des Green New Deal neugierig, weil es uns interessierte, wie die Grünen wohl mit dem Zensurvorwurf umgehen würden. Aber vor allem ging ich davon aus, dass die Kraft, die sich in der starken Zeichnung der ePetition gezeigt hat, den Grünen deutlich zeigt, dass das Netz zu einem Teil der “Straße” geworden ist, die für die Grünen nicht nur aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte eine gewisse Rolle spielt. Und von der Hans-Christian Ströbele zur Eröffnung der Bundesdelegiertenkonferenz zurecht gefordert hatte, sie solle für die Grünen “wenn schon nicht Standbein, so doch wenigstens Spielbein” sein.
Und dann kam das:
Diese graue Kopie leyenhafter Rhetorik im besten doppelten Wortsinn machte mich sprachlos. Mir ist auch jetzt noch nicht klar, was hier am Werke ist, ich gehe mal davon aus, dass es sich im Gegensatz zur Vorreiterin dieses unausgegorenen, aber schlimmer noch wirkungslosen, Getöses eher um Naivität handelt und nicht um strategische Rhetorik.
Für mich zeigt dieser Redebeitrag Zweierlei:
- Bei den Grünen kann jedes Parteimitglied seine Stimme erheben, wie es spontan in direkter Antwort Markus Beckedahl von netzpolitik.org getan hat.
- Die Auswirkungen digitalen Lebens sind bei den Grünen noch nicht angekommen, wie Julia Seeliger im 3. Redebeitrag zu Kapitel 13 bemerkte. Es wurde viel zu wenig in der Partei diskutiert, um für diesen Teil des Green New Deal zu einem schlagkräftigen Beschluß zu kommen.
Mir persönlich hätte es imponiert, wenn ein paar Berliner als Gäste gekommen wären und die Rede ordentlich ausgepfiffen hätten. Es wäre eine Chance gewesen, die Verbindung von digitalem Informationsfluß mit realen Aktionen zu zeigen. Dieser Protest verlagert sich nun in’s Netz, auf Twitter kursiert der Redebeitrag als Youtube-Clip: Grünen-PolitikerInnen, die derzeit ihre politische Karriere starten, landen in einer turbulenten Zeit, denn der Wind, der ihnen in’s Gesicht weht, kommt nicht aus dem Establishment, sondern aus dem wohlvernetzten Longtail. Ein Symptom des digital divide. Und diese Kluft zeigt sich nicht nur bei den deutschen Grünen, auch in Österreich drehen grüne und digitale Zahnrädchen nicht gerade griffig miteinander.
Liebe Grüne, nutzt den starken Wind, setzt die Segel und fangt an, die stürmischen Wellen zu surfen!
Digital ist besser - für ein freies Internet
In ihrem neuen Gesellschaftsvertrag, dem green new deal, haben die Grünen ein Kapitel, das 13., dem digitalen Leben gewidmet. Die Zusammenfassung nennt folgende Punkte:
- ein freies Internet - ohne Filter und Massenüberwachung
- Schluss mit Kriminalisierung und Verfolgung durch pauschale Vergütungssysteme
- reale Verbraucherrechte für die virtuelle Welt
- nachhaltige IT-Technik, freie Software und innovative Lizenzen
- flächendeckender Breitbandausbau ohne Monopole
Dieses Kapitel wird gegen 20.40 Uhr drankommen. Der grüne Parteitag ist offen für Gäste, es ist noch ein Haufen Platz hier im Velodrom. Wer also Interesse an diesem Antrag hat, kann zum Haupteingang kommen und sich eine Gästekarte holen.
Es lohnt sich ausserdem, vorbeizuschauen, denn später am Abend wird noch gegrillt und ein DJ soll auch kommen.
FoeBuD und Poken
Auf der Suche nach Futter und dem leckeren Braumanufaktur-Bier bin ich zusammen mit meinem Blogger-Kollegen am Stand von FoeBuD hängen geblieben, die Datenkrake hat mich sofort in Bann gezogen. Und das Privacy-Dongle, mit dem man anonym surfen kann, und das jetzt in trauter Zweisamkeit mit meinem Poken am BDK-Lanyard hängt. Passt ja zum heutigen Tag, an dem es die ePetition gegen die Sperrung von Webseiten mit über 50.000 Zeichnern innerhalb nur 4 Tagen in die Tagesschau geschafft hat.
Padeluun vom FoeBuD kannte Poken noch nicht und liess es sich nicht nehmen, es zu belauschen:

Vielleicht hat er schon eine entsprechende RFID-Abhör-Vorrichtung implantiert?
Bevor wir uns zur Nahrungsaufnahme fortbewegen konnten, wurden wir durch 2 Gesprächs-Verabredungen auseinandergerissen. Als mein Gespräch mit Robert Heinrich, dem Leiter für Öffentlichkeitsarbeit auf gruene.de, zum Ende kam, war auch die BDK in Auflösung begriffen.
Es ist sicher keine leichte Aufgabe, eine so individuell geprägte Partei wie die Grünen zu einer Online-Strategie zu vereinen und die einzelnen Player so weit zu betreuen, dass keine gröberen Fehler auftreten, wie etwa der Streisand-Effekt, den Die Linke im Umgang mit Wikipedia hervorrief. Möglicherweise kann ich in den nächsten Tagen mit einigen Grünen über ihre Online-Erfahrungen sprechen.
Und nun genug für heute, morgen mehr.
Grünes Velodrom - Eröffnung
Cem Özdemir hält seine Eröffnungsrede und ich muss sagen, im Vergleich zu seiner durchaus kritisch gestimmten Wahl, die ich in Erfurt verfolgen konnte, ist die Stimmung gut. Mein Eindruck ist, dass er es in der Zwischenzeit gut geschafft hat, die Partei für sich zu gewinnen. Was mich persönlich angeht: ich steh immer noch auf gepflegte Koteletten und gut geschnittene Hemd-Jackett-Kombis. Ausserdem krieg ich immer ein wenig Heimweh, wenn ich Harald Schmidt oder Cem Özdemir sprechen höre: es ist die sorgfältige Aussprache schwäbischer Intellektueller, deren zischendes S die Schärfe des Denkens hörbar machen soll.
“It’s not easy being green!” (Kermit) Die Rede ist gespickt mit frischen Zitaten und schaut in deftigen rhetorischen Figuren um die Ecke.
Schöne Spitze: Einbürgerung konservativer Immigranten kann der CDU nur helfen, deshalb sind die Grünen so tolerant. Die Linke besitzt die Penetranz eines ergreisten Debattierclubs und Guido Westerwelles iPod spielt immer nur das “Steuern-runter”-Lied gegen die CDU mit ihrem Leistungstechno. Doch, frisch und originell, dieser Auftakt.
Meine flotteren Meldungen gibt’s übrigens auf identi.ca oder twitter.
#mcdd09 - MobileCamp Dresden 2009

Ganz schön Grün war’s, das MobileCamp Dresden 2009 in der Informatik-Fakultät der TU. Ein moderner Bau mit grünen Strichcode-Elementen in der Gebäudegestaltung. Und die Sitzlümmel, die farbigen Tetrispolster im Bild, waren echt bequem, vor allem konnte man sie gut mit an den See nehmen. Aber recht teuer, da schließe ich mich Tobias an. Direkt gegenüber liess sich auch sozialistisches Bauwerk bewundern.

Die Sessions waren für meinen Geschmack etwas zu arg vom Schwerpunkt Monetarisierung geprägt, sympathisch fand ich dagegen, dass einige Wenige der Unternehmensrepräsentanten auch mal spontan durchblicken liessen, wo sie im Rahmen ihrer Arbeit gerne mal Input hätten, der offenbar von so manchem großen Player der Branche nicht abgedeckt werden kann. So geht Dialog.
Es passiert mir immer wieder: von solchen Treffen nehme ich eher die Begegnungen und Menschen mit. Beeindruckt hat mich z. B. die Gastfreundschaft bei Frau Tschi, ihrem Mann und den wohlerzogenen Hunden, nochmal ein dickes Danke an dieser Stelle. Vor allem seit ich mich bei couchsurfing angemeldet habe, ändert sich auch mein Begriff von Gastfreundlichkeit. Und die Organsiation war erstklassig, da wurde gute Arbeit geleistet, von der Wahl des Ortes über das Sponsoring bis zur Freundlichkeit und Spontaneität der HerlferInnen (ich glaube, es war 1 Frau im Team). Aber ich schweife ab.
In großer Runde am See hocken, tratschen über Dieses und Jenes, die ein oder andere Netzberühmtheit mal “anfassen”. Ein erhellendes Gespräch mit David Wasser von Big Red Zebra, die ein intelligentes Anwendungskonzept verfolgen (minimal, kontextsensitiv, ohne Abhängigkeit von Handy-Datenrate, auf Rückmeldung von den NutzerInnen optimiert).
Oder @scholt’s ScheduleBot, den ich spontan am See vorgeführt bekam. Gefällt mir gut, ist wohl nur noch nicht geklärt, wo die Daten dafür herkommen und wie sie aktualisiert werden. Evtl. hilft da das Event-Microformat, das nach “Barcamp” abgesucht werden könnte?
Ach, und spontan hab ich am Sonntag auch eine Session gemacht über Dresden mobile.
Die Session über Performance-Optimierung von Websites bezüglich HTML, CSS und JavaScript interessierte mich am meisten, ist schließlich mein Spezialgebiet und wird viel zu wenig beachtet, meistens mit dem Argument weggewischt, es gäbe ja genug Bandbreite. Die Inhalte waren gut, was leider gar nicht zur Sprache kam: performance-optimierte Websites lassen sich mit sehr wenig Aufwand für die Abrufbarkeit mittels mobiler Endgeräte aufbereiten. Eine Performance-Optimierung erlaubt es also, mit wenig Mehr-Aufwand den mobilen Markt immerhin schonmal nicht auszuschließen. Dass das alleine nicht reicht, um eine Seite für mobile zu optimieren, ist auch klar, aber es lässt sich leicht ein Mitnahme-Effekt erzielen, der gerade für stark begrenzte Budgets nicht unerheblich sein dürfte.
BarCamps und eristische Dialektik
Ja, und dann geriet ich noch in einen Strudel aus Rabulistik und Gender-Bias. Und das kam so: Ein Dozent (ich wähle die Bezeichnung Dozent, denn nach seinen Worten hielt er einen Vortrag und keine Session) fuhr mir recht rüde über den Mund und verneinte meine Nachfrage, ob ich bitte ausreden dürfte mit der Begründung, er wolle zuerst seinen Vortrag beenden. Nun bin ich nicht aus Zucker und schmelze nicht beim ersten Regen dahin. Ich finde auch Unterbrechen legitim, allerdings kann die Art und Weise, wie dies geschieht, den Eindruck, den man von einem anderen Menschen bekommt, doch arg beeinflussen.
Die Spannbreite reicht dabei von der Einschätzung, dass das Gegenüber engagiert in einer Sache ist und sich daher schwer zurückhalten kann bis zu der Wahrnehmung einer als autoritär empfundenen Geste, die der Etablierung von Hierarchien dienen soll. Im ersteren Fall kann das Unterbrechen einen gegenseitig inspirierenden Gedankenaustausch in Gang setzen, im Letzteren erzeugt das Unterbrechen nichts weiter als Unmut und ein Verlangen nach Gegenwehr. Eine sachliche Diskussion ist in einer psychisch so verstellten Stimmung meistens nicht mehr möglich, sie verliert sich in Dialektik.
Ob man es mit letzterem Gegenüber zu tun hat, merkt man auch daran, wie er selbst auf Unterbrechungen reagiert. Ein Gesprächspartner, der sich nur selbst das Recht zur Unterbrechung herausnimmt, es aber dem anderen nicht zugesteht, macht sich sehr schnell unglaubwürdig.
Unangenehm berührt hat mich auch ein Zuruf aus dem Session-Publikum, in dem spontan meine Kenntnisse angezweifelt wurden. Persönlich nehme ich so etwas nicht, jemand, der mich nicht kennt, kann meinen Horizont auch nicht abstecken. Aber zu einer Fokussierung auf den Gegenstand der Diskussion taugen solche Nebelkerzen auch nicht. Ausser Ego-Boosting sehe ich keinen weiteren Sinn in solchen Anwürfen.
Ärgern tu ich mich nun im Nachhinein darüber, dass ich mich nach der Session, also in einem nicht-öffentlichen Rahmen, von dem Dozenten in ein weiteres Gespräch verwickeln liess und so eine Session verpasst habe. Abgesehen davon, dass ich es als sehr unangenehm empfinde, eine Diskussion während der Session abzubügeln, danach aber zu meinen, dass Überzeugungsarbeit geleistet werden müsste. Muss das nächste Mal besser aufpassen, bin wohl ein wenig aus der Übung.

BarCamps und eristische Dialektik: als ich im Twitter-Account des Dozenten las, dass er sich mit Schopenhauers eristischer Dialektik beschäftigt, konnte ich verstehen, dass hier möglicherweise unterschiedliche Motive zum Besuch des BarCamps vorlagen. Noch dazu, da der Wikipedia-Eintrag nicht darauf eingeht, wie Schopenhauer selbst seine eristische Dialektik reflektiert:
Denn die menschliche Natur bringt es mit sich, daß wenn beim gemeinsamen Denken, διαλεγεσϑαι, d.h. Mittheilen von Meinungen (historische Gespräche ausgeschlossen) A erfährt, daß B’s Gedanken über denselben Gegenstand von seinen eigenen abweichen, er nicht zuerst sein eignes Denken revidirt um den Fehler zu finden; sondern diesen im fremden Denken voraussetzt: d. h. der Mensch ist von Natur rechthaberisch: und was aus dieser Eigenschaft folgt, lehrt die Disciplin, die ich Dialektik nennen möchte, jedoch um Mißverstand zu vermeiden ‘eristische Dialektik’ nennen will. Sie wäre demnach die Lehre vom Verfahren der dem Menschen natürlichen Rechthaberei.
(Schopenhauer, Arthur: Eristische Dialektik oder die Kunst, Recht zu behalten in 38 Kunstgriffen dargestellt, Haffmanns Verlag, 5. Auflage 1989, S.88-89, “2. Nebenbogen zum Anfang”
Oder was er selbst dazu in seinem Werk sagt, wie es der Editor der mir vorliegenden Ausgabe hinzugefügt hat:
Die Leute, wie sie in der Regel sind, nehmen es schon übel, wenn man nicht ihrer Meinung ist: dann sollten sie aber auch ihre Meinung darauf einrichten, daß man denselben beitreten könnte. Nun aber gar an einer Kontroverse mit ihnen wird man (…) meistens nur Verdruß erleben; indem man dabei es nicht allein mit ihrer intellektuellen Unfähigkeit, sondern gar bald auch mit ihrer moralischen Schlechtigkeit zu thun haben wird. Diese nämlich wird sich kund geben in der häufigen Unredlichkeit ihres Verfahrens beim Disputiren.
Die Schliche, Kniffe und Chikanen, zu denen sie, um nur Recht zu behalten, greifen, sind so zahlreich und mannigfaltig, und dabei doch so regelmäßig wiederkehren, daß sie mir (…) ein eigener Stoff zum Nachdenken wurden, welches sich auf das rein Formale derselben richtete, nachdem ich erkannt hatte, daß so verschieden auch sowohl die Gegenstände der Diskussion, als die Personen seyn mochten, doch die selben und identischen Schliche und Kniffe stets wiederkamen und sehr wohl zu erkennen waren.
Dies brachte mich damals auf den Gedanken, das bloß Formale besagter Schliche und Kniffe vom Stoff rein abzusondern und es, gleichsam als ein sauberes anatomisches Präparat, zur Schau zu stellen. Ich sammelte also alle die so oft vorkommenden unredlichen Kunstgriffe beim Disputiren und stellte jeden derselben in seinem eigenthümlichen Wesen, durch Beispiele erläutert und durch einen eigenen Namen bezeichnet, deutlich dar, fügte endlich auch die dagegen anzuwendenden Mittel, gleichsam die Paraden zu diesen Finten, hinzu; woraus denn eine förmliche eristische Dialektik erwuchs.(Schopenhauer, Arthur: Parerga und Paralipomena, 2. Band, 2. Kapitel, Logik und Dialektik § 26 zitiert nach Schopenhauer, Arthur: Eristische Dialektik oder die Kunst, Recht zu behalten in 38 Kunstgriffen dargestellt, Haffmanns Verlag, 5. Auflage 1989, S.105-106, Auslassungen nach dem Original)
Eine Beschäftigung mit eristischer Dialektik ist also in jedem Fall lohnenswert,
- um sich selbst über unredliche Kniffe in der eigenen Argumentation klar zu werden,
- um die Kniffe des Gegenübers entlarven zu können und
- um darauf vorbereitet zu sein, sie parieren zu können.
Also eine Art Notfall-Apotheke gegen die Unredlichkeit. Schöner sind natürlich Gespräche und Diskussionen mit Menschen, denen man respektvoll begegnen kann und die die Grenzen des Horizonts nicht durch Krieg erweitern wollen, sondern durch Vertrauen. Das ist jetzt nicht harmoniebedürftigt gedacht: meine Erfahrung bestätigt, dass auf diese Weise sachlicher gesprochen werden kann und die so gewonnen Erkenntnisse nachhaltiger und deutlicher in Erinnerung bleiben. Solche Kommunikation setzt natürlich Einiges bei allen Beteiligten voraus, daher ist sie selten und gerade deshalb umso wertvoller.
Ausserdem läuft man sich sicher wiedermal über den Weg und kann sich auf einen weiteren inspirierenden Austausch freuen.
#gits24
Miss Sophie hat die Einladung herausgegeben: Wir tun uns das an, 24-Stunden-Serien-Marathon mit Ghost in the shell, alle standalone complex (sac, ausgestrahlt Oktober 2002 - März 2003) und standalone complex 2nd gig (sac2, ausgestrahlt Januar 2004 - Januar 2005) und wenn dann noch Zeit und Lust ist, also es gäb da noch mehr gits zu sehen.
Obwohl die Sprachauswahl nur Deutsch oder Japanisch mit Untertitel vorsieht (da müssen wir uns auch noch entscheiden), schreibe ich die Serientitel mal in Japanischer Übersetzung und Englisch auf.
Zum Live-Twittern und -Bloggen hier ein kleiner Fahrplan mit Hashtags und grober Zeitkalkulation:
#gits24 für die ganze Veranstaltung
#sac und #sac2 für die Staffeln
#sss für solid state society
Zwischen den Episodes gibt es noch die Tachikoma-Clips, so dass ca. 27 Min. pro Episode anfallen. Ich liste mal mit 25 Min. (ich gehe davon aus, daß wir uns den Abspann nach dem ersten Mal schenken), so daß Ihr ungefähr checken könnt, wo Ihr ein- oder aussteigen wollt.
Anmeldung ist bei Miss Sophie, von ihr ist auch die Adresse zu erfahren.
16:00 #sac1-01 Public Peace; SECTION 9
16:25 #sac1-02 Proof of Recklessness; TESTATION
16:50 #sac1-03 A Small Rebellion; ANDROID AND I
17:15 #sac1-04 The Visual Device Laughs; INTERCEPTOR
17:40 #sac1-05 The Inviting Bird Will Chant; DECOY
18:05 #sac1-06 The Copycat Dances; MEME
18:30 #sac1-07 Idolatry; IDOLATOR
18:55 #sac1-08 The Fortunate Ones; MISSING HEARTS
19:20 #sac1-09 The Man That Lurks in the Darkness of the Net; CHAT! CHAT! CHAT!
19:45 #sac1-10 A Perfect Day for a Jungle Cruise; JUNGLE CRUISE
20:10 #sac1-11 Inside the Forest of the Sub-Images; PORTRAITZ
20:35 #sac1-12 Tachikoma Runaway; ESCAPE FROM
21:00 #sac1-13 Unequal Terrorist; NOT EQUAL
21:25 #sac1-14 Automated Capitalism; ¥€$
21:50 #sac1-15 Time of the Machines; MACHINES DESIRANTES
22:15 #sac1-16 Chinks in the Armor of the Heart; Ag20
22:40 #sac1-17 The True Reason For the Unfinished Love Affair; ANGELS’ SHARE
23:05 #sac1-18 Assassinations Duet; LOST HERITAGE
23:30 #sac1-19 Being Held in the Camouflage Net; CAPTIVATED
23:55 #sac1-20 The Medicine Which is Turned Off; RE-VIEW
00:20 #sac1-21 Locus of Desertion; ERASER
00:45 #sac1-22 Bribery Case; SCANDAL
01:10 #sac1-23 Equinotical Week of Good and Evil; EQUINOX
01:35 #sac1-24 Orphan Castle Setting Sun; ANNIHILATION
02:00 #sac1-25 Smoke Projectile Rain; BARRAGE
02:25 #sac1-26 Public Peace Section 9, Again; STAND ALONE COMPLEX
02:50 #sac2-01 Restart; REEMBODY
03:15 #sac2-02 The Satiated Me; NIGHT CRUISE
03:40 #sac2-03 Saturday Night and Sunday Morning; CASH EYE
04:05 #sac2-04 Enemy of Nature; NATURAL ENEMY
04:30 #sac2-05 Those that have the Motive; INDUCTANCE
04:55 #sac2-06 Latent Heat Source; EXCAVATION
05:20 #sac2-07 Rhapsody, The Melody of a Bygone Nation; Pu239
05:45 #sac2-08 Vegetarian Dinner; FAKE FOOD
06:10 #sac2-09 The Hope Named Despair; AMBIVALENCE
06:35 #sac2-10 The Man Who Goes Insane; TRIAL
07:00 #sac2-11 Grass Labyrinth; AFFECTION
07:25 #sac2-12 To Those Without Even A Name; SELECON
07:50 #sac2-13 Face; MAKE UP
08:15 #sac2-14 Beware The Left Eye; POKER FACE
08:40 #sac2-15 Machines’ Afternoon; PAT.
09:05 #sac2-16 Being There; ANOTHER CHANCE
09:30 #sac2-17 Repaired Mother-Child Relationship; RED DATA
09:55 #sac2-18 Angel’s Poem; TRANS PARENT
10:20 #sac2-19 Chain of Relativity; CHAIN REACTION
10:45 #sac2-20 Confusion from the North End; FABRICATE FOG
11:10 #sac2-21 Rout; EMBARRASSMENT
11:35 #sac2-22 The Deserted City; REVERSAL PROCESS
12:00 #sac2-23 The Day the Bridge Fell; MARTIAL LAW
12:25 #sac2-24 Dejima, Air Raid; NUCLEAR POWER
12:50 #sac2-25 To the Other Side of Paradise; THIS SIDE OF JUSTICE
13:15 #sac2-26 Return to Patriotism; ENDLESS∞GIG
13:40 #gits #sss Solid State Society (110 min. bis 15:30)
Grünen-Bundesdelegiertenkonferenz, die Zweite

Die 30. BDK wird vom 8.-10.5.2009 bei mir um die Ecke im Velodrom stattfinden. Da ohnehin jedeR als Gast kommen kann, überlegte ich mir schon, mal vorbeizuschauen, als eine Mail von Malte Spitz zu einem Zweitbesuch (als erneute Bewerbung auf ein Blogstipendium oder einfach so) einlud.
Mein letzter Besuch in Erfurt (den Tessa auf dem Freitag gut zusammengefasst hat) hat mir zwar viel Spaß gemacht, allerdings war und bin ich mit meinem Output nicht sehr zufrieden. Einige Videoclips habe ich z. B. wieder aus dem Netz genommen, andere Materialien konnte ich einfach nicht so verarbeiten, wie ich gerne gewollt hätte, weil mir die Zeit dazu fehlte oder die Ansprechpartner seitens der Grünen.
Mit etwas Abstand bin ich jetzt neugierig, wie sich ein 2. Besuch anfühlen wird. Einige Leute sind mir mit ihren Themen noch gut im Gedächtnis und Die Grünen waren unterhaltsame GastgeberInnen. Ausserdem interessiert mich der Green New Deal.
Übrigens für alle, die diesmal das Blogticket gewinnen: Denkt dran, Mehrfachsteckdosen mitzunehmen ;-)
Weisse Weihnacht
gibt’s zumindest hier in Berlin wohl nicht. Die Zeit zwischen den Jahren ist im deutschen Aberglauben mit einem Arbeitsverbot belegt, das auf das Dodekahemeron, die 12 Tage vom 25.12.-6.1., den sog. “Zwölften”, zurückführt. Diese Zeit ist mit einigen Bräuchen und Verboten belegt, u. a.:
ist das Spinnen verboten und alle Arbeit mit drehender Bewegung, vor drei Tage vor Weihnachten muss alles abgesponnen sein. Vgl. die zauberische Wirkung des Spinnens am Weihnachtsabend. Zwischen Weihnachten und Neujahr darf nicht ausgemistet und nicht gedroschen werden, sonst hat man es mit den Hexen zu tun. Zwischen Weihnachten und Neujahr darf man sich nicht waschen und nicht Kleider waschen, sonst hat man kein Glück. […] Man darf nicht backen, sonst wird eine wilde Jagd daraus. Wer an Weihnachten die Treppe scheuert, muss binnen Jahresfrist sterben. Am hl. Abend ruht die Arbeit ganz. Wer die Wäsche am heiligen Abend mangelt, dem mangelt der Segen im ganzen Jahr. Man darf nicht kehren. (Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens)
In den nächsten Zwölf Tagen nicht zu spinnen, das sollte ich wohl hinkriegen. Die Treppe nicht zu scheuern dürfte vor allem in Gegenden mit Kehrwoche ein Problem werden (In Berlin gibt es zwar viele Schwaben, aber die seltsamsten Absonderlichkeiten dieser Ethnie haben sich hierzulande nicht bewährt).
Mit dem Ausmisten wird’s schon schwieriger: gestern hab ich mich an meine alten Fotos gesetzt und bin dabei über folgendes Schneeparadies gestolpert (Tauplitzalm 1981):




Damit wünsche ich frohe Feiertage und den Wechsel in ein erfolgreiches Jahr 2009 nach Christi Geburt.
identi.ca kills the TwitterStar?
Ich habe mich gestern abend entschlossen, von Twitter auf identi.ca zu wechseln. Das hat einige Gründe (im Folgenden mal rein auf #TwitterVsIdentica beschränkt, ohne 3rdPartyTools):
- Der wichtigste Grund: bei gleicher Funktionalität basiert identi.ca auf Open Source und auf einem offenen Standard (XMPP) und ist damit an Jabber angegliedert.
- Die Suche ist integriert: wenn ein Hastag angeklickt wird, ist sofort eine Liste mit einem Hashtag-Feed sichtbar. Es muss nicht erst die Suche angeklickt werden.
- Zum eigenen Account können Tags vergeben werden.
- Die Zählung von Umlauten erfolgt konsequent: Dents (das Pendant zum Tweet) haben wg. der Verwendung von Umlauten keine vermeintliche Überlänge mehr.
- @replies werden bei den Antworten angezeigt, und zwar auch dann, wenn @user nicht an erster Stelle im Dent steht.
- Es gibt eine Mail-Benachrichtigung, wenn ein Dent gefaved wurde.
- Es gibt eine Hashtagcloud der momentan meist benutzten Hashtags.
- URLs werden automatisch gekürzt, der entsprechende Dienst ist auswählbar.
Ende Oktober diesen Jahres sollte ein weiterer Entwicklungsschritt folgen, bislang habe ich davon noch nicht viel mitgekriegt.
Meinungen contra identi.ca entzünden sich an der Lizenz: Im Licht der Kommentare zum o.g. Blogeintrag ist Skepsis berechtigt. Andererseits ist es eine notwendige Lizenz (cc-by), wenn die Open Source Software so verwendet werden soll, wie es angedacht ist: nämlich mit einem offenen Standard, der von unterschiedlichen Servern verbreitet wird und auf den unterschiedlichste Dienste zugreifen. Auch ist die Frage, wie es bei Twitter um die Lizenz bestellt ist. Nur, weil meine Inhalte nicht zwangsläufig unter eine Lizenz gestellt werden, heisst das nicht, dass ich volle Kontrolle darüber habe. Ich kann z. B. nicht verhindern, dass Google öffentliche Tweets ausliesst oder dass Twitter meine Tweets auf seinem Server speichert. Ausserdem ist davon die Rede, dass “certain trusted third parties to perform functions and provide services to us” engagiert werden können. Und die Möglichkeit, einzelne Tweets unter verschiedene Lizenzen zu stellen, gibt es bei Twitter auch nicht.
Dafür könnte es mit Laconica, der Software, auf der identi.ca basiert, die Möglichkeit geben, Microblogging selbst zu hosten.
Damit wäre auch das Thema lahmer Server und Service-Überlastung vom Tisch, da die Ressourcen breit gestreut wären.
Insbesondere bin ich nun neugierig darauf, ob und wieviele der grünen PolitikerInnen, die twittern, zu identi.ca wechseln werden. Schließlich sind Open Source und freie Lizenzen integraler Bestandteil der Informationsgesellschaft.












